Handwerk
Der Weg des Lernens führt von der Praxis zur Theorie – die Welt will von den Kindern zuerst er- und dann begriffen werden.
Ob im Hauptunterricht oder in den entsprechenden Fachstunden: überall werden sie zum Tätigsein herausgefordert.
Handwerk: ergreifen – begreifen
Hausbau, Feldbau und Hauswirtschaft sind in den Hauptunterricht integriert.
Feinmotorisches Geschick, einen zunehmend klareren Blick für Material und Umwelt, Kreativität und gezielten Krafteinsatz ermöglicht der Handarbeits-, Werk- und Gartenbauunterricht in Unter- und Mittelstufe.
Er erhält in den Klassen 9 und 10 in speziellen mehrwöchigen Projekten den Charakter einer handwerklichen Grundausbildung in den Bereichen Schreinern, Textiles Gestalten, Metall- und Elektroarbeiten (teilweise zur Wahl) und bekommt in den Klassen 11 und 12 durch Töpfern und Buchbinden einen kunsthandwerklichen Akzent.
Ausbildung der Urteils- und Gestaltungsfähigkeit
Mit dieser starken Betonung des Handwerks in der Waldorfschule soll nicht nur einfach ein Gegengewicht zur gedanklichen Schulung gesetzt werden. Beide greifen vielmehr ineinander zur Ausbildung der Urteils- und Gestaltungsfähigkeit.
“Der Intellekt richtet sich auf das Erfassen des Faktischen. Jedes Handeln nach Merkmalen, jede Steuerung von außen ist intellektuell. Der Intellekt sucht Übereinstimmung mit Bestehendem, mit Bekanntem zu schaffen. Intelligenz dagegen zielt nicht auf Fertiges, sie begreift das Tätige, Bewegende, Werdende. Geschult und gebildet wird sie sachgemäß durch Tätigkeit, Bewegung und handwerkliche Gestaltung.”
—Tobias Richter




