Die Mittelstufe – das Lernen lernen

In der Zeit des Umbruchs der Pubertät ist der Prozess, durch den die Schüler neue Erkenntnisse gewinnen, genauso wichtig wie das Ergebnis, das dabei errungen wird. Dementsprechend wurde in den letzten Jahren ein spezielles Konzept für die Klassen 7 bis 9 entwickelt.

Mit jedem neuen Schuljahr erweitert sich der Horizont der im Unterricht behandelten Themen und Stoffgebiete, bis am Ende der 8. Klasse die ganze Welt ins Blickfeld der jungen Menschen gerückt ist. Eigenes Handeln, die künstlerische Auseinandersetzung mit der Materie und mit zunehmendem Alter auch die selbstständige Begriffsbildung durchziehen alle Unterrichtsgebiete. 

In den Fächern Physik und Chemie bilden nun genaue Beobachtung und sachliche Wiedergabe der Phänomene den Ausgangspunkt für eine neue Qualität des Denkens: das selbstständige Erkennen von Kausalitäten.

Das Mittelstufenkonzept ermöglicht zudem eine neue Form der Betreuung nach der 6. Klasse: 

In den Klassenstufen 7 und 8 gibt es weiterhin einen Klassenlehrer, der aber nicht mehr wie bisher alle Epochen unterrichtet. Zuweilen kommt aus dem Fachlehrerbereich ein zweiter Klassenbetreuer als Ansprechpartner hinzu. Durch Fachstunden ist der Klassenbetreuer nun auch ganzjährig in der Klasse, sodass eine Teambildung entstehen kann. 

Die verbleibenden Epochen unterrichten Lehrer aus dem Mittel- und Oberstufenkollegium. Die Fachkompetenzen der einzelnen Kollegen finden so stärkere Berücksichtigung, was eine neue Begegnung mit den Schülern dieser Altersstufe ermöglicht.

 

Besonderheiten in Klasse 7:

  • Erste-Hilfe-Kurs, zweiwöchiges Forstpraktikum
  • Französisch als 3. Fremdsprache wählbar
  • verschiedene klassenspezifische Projekte wie Computer, Medien u. a.

in Klasse 8:

  • Theaterprojekt
  • Biografiearbeit mit Vortrag
  • verschiedene klassenspezifische Projekte wie Drogenprävention, Mädchen-Jungen-Tag u. a.

in Klasse 9:

  • Festlegung auf zwei Fremdsprachen zur Weiterführung in der Oberstufe
  • dreiwöchiges Landwirtschaftspraktikum

Gartenbauunterricht

Der Gartenbauunterricht findet in den Klassenstufen 6, 7 und 8 statt. Jede Klasse kultiviert je ein eigenes Gemüse-, Salat- und Blumenbeet. Im Frühling gehen die Jungpflanzen im Gewächshaus an, die spätere Ernte wird in der Regel im Anschluss direkt zubereitet und verzehrt, eingelagert, eingekocht oder getrocknet.

Pflanzenreste werden kompostiert, wodurch biologische Verwandlungsprozesse erlebbar werden. Ein „Garten“ ist im weiteren Sinn ein Ort, in dem man sich von der äußeren Welt zurückzieht, ohne sich abzugrenzen, mit dem man sich persönlich verbindet. In ihm arbeitet man, pflegt, beobachtet, erlebt und genießt.

Im Laufe der Jahre erlebt jeder Schüler jede Jahreszeit und ist mit ihren Besonderheiten konfrontiert. Indem der Schüler die Natur äußerlich in Pflege nimmt, erfährt er die Möglichkeit, sich selbst auch innerlich zu „erden”.

Handwerk

Der Weg des Lernens führt von der Praxis zur Theorie. Die Welt will von den Schülern zuerst er- und dann begriffen werden. Ob im Hauptunterricht oder in den entsprechenden Fachstunden: überall werden die Schüler zum „Tätigsein“ herausgefordert. Hausbau, Feldbau und Hauswirtschaft sind in den Hauptunterricht der ersten Jahre integriert. Feinmotorisch wird in der Handarbeit das Geschick geschult mit zunehmend klaremm Blick für Material und Umwelt. Kreativität und gezielter Krafteinsatz werden ermöglicht durch die Handarbeits-, Werk- und Gartenbauunterrichte in der Unter- und Mittelstufe.

Der Handarbeitsunterricht setzt in der 1. Klasse ein und wird bis zur beginnenden Oberstufe fortgeführt. Der Werkunterricht, also die Arbeit mit dem Material Holz, findet von der 5. bis zur 8. Klasse statt. In den Klassenstufen 9 und 10 erhalten die Schüler eine Grundausbildung in den Bereichen Schreinern, Schneidern und Schmieden. Mit dieser starken Betonung des Handwerks soll nicht nur ein Gegengewicht zur gedanklichen Schulung gesetzt werden, sondern es sollen auch Gestaltungsfähigkeit, Wille und Urteilskraft herausgefordert werden.

Circus Saltarello

Der Circus Saltarello ist ein gemeinsames und integratives Projekt von Georgschule und Rudolf-Steiner-Schule Dortmund. In Zusammenarbeit mit einem Familien-Schulcircus, der in regelmäßigen Abständen anreist, erarbeiten die Kinder ein vielseitiges Circus-Programm.

Sie üben sich im Jonglieren, im Laufen auf Tonnen und Kugeln und im Seiltanz, sie trainieren am Trapez und auf dem Trampolin, formieren sich zu Pyramiden und proben noch so einiges mehr.

Im großen Circuszelt – einer „echten“ Manege – ist es für die Kinder zum krönenden Abschluss eine echte Herausforderung, ihre Kunststücke vor Publikum zu präsentieren, natürlich zu den Klängen des schuleigenen „King Louis Orchestra (Circus-Orchester)“.