WALDORFPÄDAGOGIK

Lernen bedeutet nicht primär Wissenserwerb, sondern sich innerlich mit dem Wesen einer Sache verbinden. Lernen heißt auch, Erfahrungen sammeln und Fähigkeiten gewinnen. Die Unterrichtsinhalte und Methoden werden in der Waldorfschule so eingesetzt, dass sie die gesamte Entwicklung des Kindes auf seinem Weg ins Leben unterstützen. Dazu werden gleichermaßen kognitive, künstlerische und handwerkliche Fähigkeiten geschult.

Miteinander und voneinander lernen: Dieses Prinzip hat in Waldorfschulen tragende Bedeutung. Einer wissenschaftlichen Untersuchung zufolge lernen Waldorfschüler begeisterter, individueller und mit weniger Leistungsdruck. Die Heranwachsenden erleben dabei nahezu ihre gesamte Schulzeit inmitten einer stabilen Klassengemeinschaft.

Im Ergebnis langweilen sie sich weniger, fühlen sich insgesamt gut gefördert und lernen während ihrer Schulzeit besonders ihre Stärken kennen. Schulklima und Lernatmosphäre werden im Vergleich zu Regelschulen als deutlich besser beurteilt; dies gilt auch für die Beziehung zu den Lehrern.


DIE UNTERSTUFE

Die Unterstufe umfasst an der Rudolf-Steiner-Schule Dortmund sechs Jahrgänge. Der Klassenlehrer unterrichtet wes …. mehr erfahren


DIE MITTELSTUFE

In der Zeit des Umbruchs der Pubertät ist der Prozess, durch den die Schüler neue Erkenntnisse gewinnen, genauso wichtig …. mehr erfahren


DIE OBERSTUFE

Nach der Pubertät erwacht in den Jugendlichen mehr und mehr das Interesse an der modernen Lebensrealität. Die eigenen … mehr erfahren

Drei Fremdsprachen – Begegnung mit anderen Kulturen

Im muttersprachlichen Unterricht lernen die Kinder die eigene kulturelle Verankerung kennen. Neu hingegen können sie sich im Umgang mit der Welt erleben, wenn sie die Mentalität einer fremden Sprache schätzen lernen. In ihren ersten Schuljahren erfahren sie über Lieder, Gedichte, Bilder und kleine Szenen etwas aus dem Alltag unserer europäischen Nachbarn. Nach und nach werden die Strukturen der Fremdsprachen eingeführt, bevor es in Mittel- und Oberstufe um den korrekten und gewandten Ausdruck sowie Literaturerfahrung geht.

Mit Englisch lernen die Schüler schon ab der 1. Klasse eine Sprache, die ihnen und ihrem kulturellen Umfeld nahesteht – mit der russischen Sprache ab der 2. Klasse aber betreten sie Neuland. Selbstverständlich Englisch – weshalb aber Russisch?

Die russische Sprache hat einen reichen und differenzierten Klang und offenbart vielfach eine für den Westeuropäer ungewohnte Sicht der Dinge. Da wir glauben, dass es für Europa zukünftig von großer Bedeutung sein wird, dass sich die Beziehungen zwischen West und Ost positiv entwickeln, setzt der Russischunterricht sich zum Ziel, zu einem besseren Verständnis beizutragen.

Ab Klasse 7 kann Französisch hinzugewählt werden und später als zweite Sprache Russisch ablösen.

Kunst – Malen, Zeichnen, Plastizieren und  Holzwerken

In den handwerklich-künstlerischen Unterrichten in der Mittelstufe führen sinnvolles Tun, die Ausbildung der Geschicklichkeit der Hände und der Körpereinsatz zur Selbstwerterfahrung und einer Stärkung des Selbstvertrauens. Aufgaben für das Werken sind häufig Gebrauchsgegenstände oder Spielzeuge. Dabei wird auf die gleiche Gewichtung von Funktion und Gestaltung geachtet. Die schöne Form wird nicht als Beiwerk verstanden.

Ab der 9. Klasse unterrichten wir in den Bereichen der bildenden Künste Malen, Zeichnen, Plastizieren und Bildhauen als mehrwöchige Projekte. In den bildnerischen Unterrichten werden einerseits die formalen Voraussetzungen für das Bildhauen/Malen/Zeichnen berücksichtigt, andererseits wird der gestalterische Eigenwille der Schüler gefördert.

Hierbei werden im Besonderen Fähigkeiten herausgefordert wie Entwicklungsmöglichkeiten zu entdecken und mit Unvorhergesehenem umgehen und sich von festen Vorstellungen lösen zu können. Offenheit soll praktiziert und Dialogfähigkeit entwickelt werden. An der Sache orientiert gilt es, etwas denkend weiterentwickeln zu können. Solche „künstlerischen“ Handlungsfähigkeiten zu schulen stellt einen wesentlichen Schwerpunkt des Kunstunterrichts an der Waldorfschule dar.

 

MUSIK

Jedes Kind soll singen oder bei Möglichkeit ein Instrument erlernen: Das ist unsere Devise! Musizieren verbindet in besonderer Weise Kopf, Herz und Hand. Neben den motorisch-technischen Herausforderungen beim Erlernen eines Instruments oder der Ausbildung der Stimme werden soziale Fähigkeiten geschult. Das wiederholende Üben fördert die Durchhaltekraft und mündet in die Fähigkeit, sich auch auf anderen Gebieten zu konzentrieren und selbständig etwas erarbeiten zu können.

Musikschule an der Rudolf-Steiner-Schule Dortmund

Die Freie Musikschule Dortmund e.V. steht allen offen und bietet Instrumental-, Vokal- und Ensemble-Unterricht für Kinder und Erwachsene. Bei uns haben Schüler und Lehrer gleichermaßen Spaß am Musizieren! Das Musikprojekt „Jedem Kind sein Instrument“ ermöglicht Schülern der Klassen 3 und 4 unterschiedliche Instrumente kennenzulernen, um anschließend ein Instrument zu erlernen und gemeinsam mit anderen in Ensembles oder Orchestern zu musizieren.

Kontakt:
Frau Schrage (Freie Musikschule Dortmund e. V.) 
Tel. 0231 / 47 64 80 31
Di, Mi, Do 11.30 Uhr bis 13.30 Uhr
Email: Freie_Musikschule_Dortmund(at)yahoo.de

SPORT – SICH BEWEGEN HEISST SICH ENTWICKELN 

Gerade in Zeiten, in denen Kinder und Jugendliche sich immer weniger bewegen, ist es besonders wichtig, die Freude an vielfältiger Bewegung zu unterstützen. Im Klassenzimmer wird das natürliche Bedürfnis der Kinder in der Rhythmisierung des Schultags aufgegriffen, in den unteren Klassen hilft uns das „Bewegte Klassenzimmer“ – hier beginnt der Unterricht in den ersten Klassen auch schon mal mit dem spielerischen Erobern eines selbstgebauten Parcours.

Fähigkeiten wie Mut, Ausdauer, gezielter Krafteinsatz, Koordination der Bewegung und Teamgeist können im Sportunterricht erworben werden. Im Sommer freuen sich alle auf die jährlichen Leichtathletikwettkämpfe. In drei Klassenstufen wird für ein Schulhalbjahr auch Schwimmen angeboten.

In den Ballsportarten werden über verschiedene motorische Fähigkeiten hinaus auch soziales Miteinander und ein achtsamer Umgang mit dem eigenen Körper und seinen Grenzen und Möglichkeiten erlernt. 

EURYTHMIE

Ein wichtiges Fach an Waldorfschulen ist die Eurythmie, die dem oft erlebbaren Defizit an Körperkoordination und Gemeinschaftsbewusstsein perfekt entgegensteuert. Sie wird von der 1. bis zur 12. Klasse unterrichtet.

Hier üben die Schüler, die Elemente der Sprache und der Musik in ihrer Vielschichtigkeit durch Gebärden und geführte Bewegungen im Raum darzustellen. Beim nachahmenden Tun in der Unterstufe und dann in eigenständigen künstlerischen Darbietungen in der Oberstufe wird der eigene Körper zu einem Instrument differenzierten Ausdrucks.

Dabei fördert der Eurythmie-Unterricht das ästhetische Urteil und schult auf vielfältige Weise soziale und kommunikative Fähigkeiten.

THEATERProjekte

Das Schauspielen fordert die jungen Menschen in ihrer Vielseitigkeit heraus. Gleichzeitig wird mit dem Lernen einer fremden Rolle die Fähigkeit geübt, den eigenen Standpunkt für eine bestimmte Zeit aufzugeben und sich in eine andere Person einzufühlen.

Das Schauspiel entwickelt sich als wesentliches Element der künstlerischen Ausbildung von der 1. bis zur 12. Klasse. Schon in den unteren Klassen werden rhythmisches und chorisches Sprechen sowie kleinere Rollenspiele geübt und beispielsweise bei den „Monatsfeiern” aufgeführt. Die zunehmend differenzierte Erarbeitung von Stücken und Rollen in Mittel- und Oberstufe gipfelt dann in der 8. und in der 12. Klasse jeweils in Aufführungen eines ganzen Theaterstücks. Zu diesen Theaterspielen wird immer öffentlich eingeladen.

Theaterprojekte stellen hohe Anforderungen an Teamarbeit und Gemeinschaftsbildung, zugleich werden individuelle und soziale Fähigkeiten gefördert. Theateraufführungen erfordern die gemeinsame Anstrengung einer Klasse, die neben der Einstudierung des jeweiligen Stücks auch selber für Bühnenbau, Requisiten, Kostüme, Maske, Beleuchtung, Begleitheft und Musik sorgt.

PRAKTIKA – LERNEN AN DER WIRKLICHKEIT 

Eine Frage, mit der sich Schule immer wieder konfrontiert sieht, ist die nach der Lebensrelevanz des Unterrichts. Einerseits soll die Schule auf das jeweils aktuelle Qualifikationsprofil der Berufswelt vorbereiten, andererseits lebt ab einem bestimmten Alter in jedem Schüler die Frage: „Wofür lerne ich?“

Ausschließlich rational begründete Antworten vermitteln wenig Orientierung. Die Jugendlichen wollen in der eigenen Tätigkeit eine Sinnhaftigkeit erfahren. Diesem berechtigten Bedürfnis kommen wir mit einem verstärkten Einsatz von Projekten und Praktika entgegen, die entsprechend der Altersentwicklung steigende Ansprüche an die Selbstständigkeit des Schülers stellen.

Praktika im Überblick:

  • Forstpraktikum (Klasse 7)
  • Landwirtschaftspraktikum (Klasse 9)
  • Feldmesspraktikum (Klasse 10)
  • Betriebspraktikum (Klasse 10)
  • Sozialpraktikum (Klasse 11)

Jahresfeste

Immer wieder gibt es festliche Momente im Jahr, die die Schulgemeinschaft zusammenführen: Der beginnende Frühling, der Sommer mit der Johanni-Zeit, der Herbst mit dem Michaeli-Fest, der November mit dem Martinsbasar und der Totengedenkfeier oder die Weihnachtzeit mit den von Lehrern, Schülern und Mitarbeitern aufgeführten Oberuferer Weihnachtsspielen setzen besondere Akzente im Alltag und helfen in konfessionsübergreifender Weise bei der Suche nach Orientierung und Sinn im Leben. 

Das Sommerfest 
Das Sommerfest garantiert den jüngeren Schülern ein wunderbares Erlebnis- und Spiel-Spektakel, aber auch die Älteren sind aktiv mit von der Partie. Anlässlich dieses Festes kann man eine ganz spezielle, schöne Atmosphäre auf unserem Gelände genießen. Von den duftenden Waffeln des Vollwertcafés über die nach alter Tradition geflochtenen Blumenkränze bis zur karibischen Cocktailbar gibt es viel zu schmecken, zu sehen und zu genießen. Bei Musik, leckerem Essen und Trinken bieten sich viele Gelegenheiten zur Begegnung – wobei natürlich Gäste willkommen sind!

Michaeli
Die alte Tradition des Michaeli-Festes, das dem Erzengel Michael gewidmet ist, der den Drachen besiegt, wird jedes Jahr am 29. September aufgegriffen: Die Kinder der Klassen 1 bis 6 können in verschiedenen Mutproben beweisen, dass sie sich den Schwierigkeiten des Lebens stellen können und das Böse bekämpfen wollen. 

Der Martinsbasar
Der Martinsbasar 
im November ist eine Veranstaltung für die ganze Region. Er ist bekannt als typischer Waldorfbasar mit vorweihnachtlicher Atmosphäre, bei dem Hunderte von Gästen durch die duftenden geschmückten Räume und Flure schlendern und sich anschauen, was Kunsthandwerk und liebevolle Bastelfantasie zu offerieren im Stande sind. Auch eine leckere Verpflegung kommt dabei an keiner Stelle zu kurz! Der Martinsbasar findet weit über Dortmunds Stadtgrenzen hinaus Anklang. Er gründet – wie auch das Sommerfest – auf einer Kooperation der Rudolf-Steiner-Schule mit der benachbarten Georgschule.