Die Unterstufe

Die Unterstufe umfasst an der Rudolf-Steiner-Schule Dortmund sechs Jahrgänge. Der Klassenlehrer unterrichtet wesentliche Kernfächer in seiner Klasse selbst. Fachkollegen treten ihm in den Fremdsprachen, in Sport, Musik, Eurythmie, Handwerk, Handarbeit, Werken, Gartenbau und Religion zur Seite.

Sechs Jahre Klassenlehrerzeit

Besonders in den ersten Schuljahren braucht das Kind einen Lehrer, dem es vertrauen kann, der es kennt und gerne mag. Der Pädagoge soll es zum Lernen anleiten, ihm aber zugleich bei der Orientierung in einer immer komplizierteren Welt helfen.

Laut aktueller Forschung ist die Schüler-Lehrer-Beziehung die wichtigste emotionale Grundlage für das Lernen. Waldorfpädagogen begleiten die Schüler deshalb über einen möglichst langen Zeitraum, um sie – aus der Kenntnis ihrer individuellen Entwicklung heraus – umfassend fördern und fordern zu können.

Flexible Schuleingangsphase

Um den individuellen Lernbedürfnissen gerade der Erstklässler entgegenzukommen, wurde die flexible Eingangsstufe eingerichtet, in der die Kinder gemäß ihrem Entwicklungsstand gefördert werden. Die Eingangsstufe, bestehend aus Klasse 1a, 1b und 1c, gestaltet einen nahtlosen Übergang von der Kindergartenzeit zur Schulzeit.

Diejenigen Kinder, die zwar aufgrund ihres Geburtsdatums schulpfl ichtig, aber noch nicht schulreif sind, haben die Möglichkeit, in einer kleinen Gruppe spielerisch in naturnahen und handlungsorientierten Lernfeldern ein ganzes Jahr lang zu reifen. Dazu steht ihnen ein eigener Raum mit separatem Eingang als Rückzugsort zur Verfügung. Gemeinsamer Fachunterricht mit der 1a und 1b gehört ebenso zum Konzept wie Sinnesschulung, Naturerleben und Handwerk in der Kleingruppe.

Hauptunterricht

Jeder Unterrichtstag beginnt mit dem sogenannten Hauptunterricht. In den unteren Klassenstufen wird der Hauptunterricht vom Klassenlehrer erteilt und umfasst zunächst Lesen, Schreiben, Rechnen und Formenzeichnen. Darüber hinaus werden auch Bereiche der Sachkunde im Hauptunterricht als Epoche unterrichtet.

In den höheren Klassen werden Deutsch, Mathematik und Erdkunde, später auch Geschichte, Biologie, Physik, Chemie und Kunstgeschichte bei Fachlehrern in sog. Epochen (s. u.) unterrichtet.

Epochenunterricht

Ein besonderes Merkmal der Waldorfpädagogik ist der Epochenunterricht. Hierbei wird für einen Zeitraum („Epoche“) von drei bis vier Wochen morgens in einer Doppelstunde ausschließlich ein Fach unterrichtet.

Der Vorteil des Epochenunterrichts liegt darin, dass die Schüler einen intensiven Lernprozess durchlaufen, da sie sich kontinuierlich mit einem Thema auseinandersetzen. Dadurch verbinden sie sich intellektuell, gefühlsmäßig und praktisch intensiver mit dem Unterrichtsstoff. Dieser wird von den Schülern in einem selbst gestalteten „Epochenheft“ festgehalten, das in jeweils eigener Gestaltung den Lernprozess dokumentiert.

Der Epochenunterricht wird in jenen Fächern durchgeführt, in denen Sachgebiete in sich geschlossen behandelt werden können wie etwa Deutsch, Mathematik, Geschichte und Naturwissenschaften. Unterrichtsfächer, die laufender Übung bedürfen wie künstlerischer Unterricht, Fremdsprachen, Sport u.a., werden in den nachfolgenden sogenannten Fachstunden erteilt.

Raumgestaltung – der dritte Pädagoge

Nach den Erwachsenen und den Gleichaltrigen betrachten wir den Raum als dritten Erzieher. Die liebevolle Möblierung und Ausgestaltung von Klassenräumen und Gebäuden wird von uns gleichfalls in den Vordergrund gerückt und ist – wie Pflege und Anlage des Schulgeländes – an Waldorfschulen eine Tradition.

Die Umgebung an einer Waldorfschule soll ästhetisch ansprechend sein, eine die Sinne anregende Lernumgebung schaffen, zum Entdecken und Experimentieren auffordern sowie eine Atmosphäre des Wohlbefindens erzeugen.

So fördert unsere gesamte schulische Atmosphäre das aktive Lernen. Kommunikation wird angeregt und Experimentierfreude unterstützt, es werden körperliche Erfahrungen ermöglicht und ein ästhetisches Empfinden gebildet.

Tafelbilder

Eine Besonderheit an Waldorfschulen sind die liebevoll gestalteten Tafelbilder, mit denen Lehrer bildhaft auf die Zusammenhänge des jeweiligen Unterrichtsstoffes aus Natur, Kultur und Geschichte hinweisen.